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Sonderausstellungen "Appenzeller Gärten" (2011)

Sonderausstellung Appenzeller Gärten

Das Appenzeller Landschaftsbild – der Alpstein und die Hügellandschaft mit ihren Abfolgen von Wald, Weide, Wiese und Häämet – ist Identifikationsträger für die Bevölkerung und auch eine wichtige Grundlage für den Tourismus. Als Schnittstelle zwischen Landschaft und Haus haben sich in der Umgebung der Häämet über die Jahrhunderte charakteristische Gartenbestandteile entwickelt, die sich als Appenzeller Gärten bezeichnen lassen.

Die Ausstellung «Appenzeller Gärten» setzt sich mit den Bürgergärten und den Gärten in der Streusiedlung auseinander. Die Appenzeller haben im Verlauf der letzten Jahrhunderte einen eigenen Zugang zur Gartenkultur gefunden. Dabei haben sich Gartenelemente rund um das Haus etabliert, die im ganzen Appenzellerland Verbreitung fanden und sich als typische Gärten der Region bezeichnen lassen: Etwa ein Wetterbaum an der Westseite des Hauses, ein Trüeter (Spalier) an der Südseite, ein Holderstrauch an einer der Nebenseiten. Fast ebenso beliebt war ein einfaches Geviert mit Johannisbeersträuchern oder Gemüse. Schönes und Wertvolles wie Blumenstöcke oder Arzneikräuter hielt man sich vor dem Stubenfenster auf einem Strussgstell (Blumengestell). Ebenso ist es charakteristisch, dass sich die Wiese ohne harte Kanten, Geländezäsuren, Versätze oder Mauern bis an das Haus zieht. Vor jedem Haus stehen ein Brunnen und ein Bänkli. Der Hausplatz wurde freigehalten, da er für saisonale Arbeiten gebraucht wurde.

Die traditionelle Bauernlandschaft der beiden Appenzell war schon immer Veränderungen ausgesetzt, jedoch nie so ausgeprägt wie in den letzten Jahrzehnten des grundlegenden strukturellen Wandels der Landwirtschaft. Viele Höfe sind nicht mehr in Betrieb und wurden als Einfamilienhaus-Parzellen aus dem Landwirtschaftsgebiet ausgezont. Heute sind es Wohnhäuser von Pendlern oder Wochenendhäuser von Städtern. Diese Lebensform hat Einfluss auf das appenzellische Landschaftsbild: Das herkömmliche Bild der appenzellischen Landschaft wird unauffällig mit urbanen Netzwerken überformt. Es zeigen sich schleichende Veränderungen durch Mobilität, Stadtflucht und Globalisierung.

Hausumbauten und neue Einfamilienhäuser prägen zunehmend das Landschaftsbild. Im Aussenraum haben sich die gesellschaftlichen Bedürfnisse auf den Feierabend und das Wochenende verlagert, die traditionellen Gartenelemente werden zunehmend bedeutungslos. So verschwindet nebst der traditionellen Nutzung der Häuser auch die einstige Nutzung der Umgebung. Heutige Umgebungs-Anpassungen sind etwa Car-Ports oder Terrainveränderungen für begradigte Rasenflächen und Gartensitzplätze. Ergänzende Sichtschutzmassnahmen gewährleisten Privatheit. Diese Begleiterscheinungen des städtischen Wohnens verändern das Landschaftsbild nachhaltig und spürbar. Das einzigartige Zusammenspiel von Haus und Landschaft ist im Wandel. So droht dem Appenzellerland der Verlust eines wichtigen kulturlandschaftlichen Gutes, welches die Region prägt, das Landschaftsbild zusammenhält und sich deutlich von anderen Gebieten unterscheidet.

  Repräsentativer Bürgergarten, gezeichnet von J. U. Fitzi

Die Ausstellung öffnet Einblicke in die traditionelle und die zeitgemässe Gartenkultur der beiden Appenzell. Abbildungen von Salomon Schlatter, Johann Ulrich Fitzi oder Johann Jakob Heuscher lassen die traditionellen Gärten sichtbar werden, Beiträge von Eva Rekade, Katalin Deér und Daniel Ammann illustrieren die aktuelle Sicht der Gartenkultur im Appenzellerland.

Patronatskomitee
Gallus Hess, Leiter Planungsamt AR / Prof. Margit Mönnecke Institutsleiterin ILF, HSR Rapperswil / Heinz Naef, Speicher, Obmann Heimatschutz AR / Dr. phil. Peter Röllin, Kultur- und Kunstwissenschaftler, Rapperswil / Andrea Schläpfer, Wolfhalden, Präsidentin der Landfrauenvereinigung AR / Christian Waldburger, Herisau, Gartenbauunternehmer  

Die Ausstellung wird unterstützt von Kulturförderung Appenzell Ausserrhoden / Vermächtnis Walter Bianchi / Planungsamt Appenzell Ausserrhoden / Fonds für Kultur und Brauchtum in AR, Urnäsch / Migros Kulturprozent Ostschweiz / Christian Waldburger AG Gartenbau, Herisau / Eberle Landschaftsbau, Herisau 

LinkAusstellungswebsite www.appenzeller-gaerten.ch

LinkBericht der Tagesschau vom 12. Oktober über die Ausstellung
PDF Information Museum Bericht Appenzeller Zeitung über die Vernissage
PDF Information Museum Bericht NZZ über die Ausstellung
PDF Information Museum Bericht der Appenzeller Zeitung zu Gartenkultur

 

 

Veranstaltungen zur Sonderausstellung

Vernissage: Donnerstag, 19. Mai 2011, 18.30 Uhr
Einführungsrede: Dr. phil. Peter Röllin, Kultur- und Kunstwissenschaftler, Rapperswil

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung
Sonntage: 12. Juni / 10. Juli / 30. Oktober / 20. November 2011, jeweils 11.00 Uhr

Landfrauen zeigen ihre Bauerngärten: Samstag, 9. Juli 2011, 13.00 Uhr
Besammlungsort: Stein, Post, Dauer: 3 1/2 Std.

Gartenspaziergang in Teufen: Sa 20. August 2011, 13.45 Uhr
Besammlungsort: Evangelisches Kirchgemeindehaus Teufen, Dauer: 2 – 3 Std.

Die Honnerlagsche Gartenanlage: Donnerstag, 25. August 2011, 18.30 Uhr
Führung: Heidi Eisenhut, Leiterin Kantonsbibliothek, Besammlungsort: Landsgemeindeplatz, Trogen

Appenzeller Gärten und Umgebungsgestaltungen – wieviel des Guten?: Montag, 14. November 2011, 19.30 Uhr, im Museum Herisau / Podiumsdiskussion mit: Patricia Felber-Rufer, Geografin, Zürich / Gallus Hess, Leiter Planungsamt, Waldstatt / Ueli Rohner, Vorstand Heimatschutz Appenzell A. Rh. und Gärtnermeister, Heiden / Urs Brotschi, Landschaftsarchitekt und Geschäftsführer Christian Waldburger AG Gartenbau, Hundwil / Moderation: Hanspeter Spörri, Journalist und Moderator, Teufen

 

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