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Sonderausstellungen

„Fleissige Hausmütterchen und das Heinrichsbader Kochbuch“

Heinrichsbader Kochbuch

1896 erscheint zum ersten Mal das Heinrichsbader Kochbuch von Luise Büchi. Es bildet die Quintessenz ihrer Koch- und Haushaltungskurse im Kurhaus Heinrichsbad in Herisau. Es wird zu einem «Longseller» und immer wieder neu aufgelegt. Herisau bildet im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts überhaupt einen «Hotspot» für neue Ideen zur hauswirtschaftlichen Ausbildung. So erscheint hier 1860 erstmals der Klassiker «Das fleissige Hausmütterchen» von Susanna Müller. Von Bedeutung ist auch das Wirken von Heinrich und Anna Volkart-Schlatter. Neue Kochbücher erscheinen heute fast täglich.

Sie sind das Resultat einer Entwicklung, die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts einsetzt. Mit den Bestrebungen zur Hebung von Volksgesundheit und Hygiene kommt der richtigen Zubereitung ausgewogener Mahlzeiten ein immer höherer Stellenwert zu. Die Kampagnen wären ohne die notwendige Literatur in Form von Kochbüchern und hauswirtschaftlichen Ratgebern erfolglos geblieben. Zu den frühen Kochbuchklassikern gehört das Heinrichsbader Kochbuch. Es erscheint zwischen 1896 und ca. 1930 in zwanzig Auflagen und vermittelt einen umfassenden Überblick über die bürgerliche Küche. Es wird laufend aktualisiert und ergänzt. Autorin ist Luise Büchi, die Leiterin des Kurhauses Heinrichsbad in Herisau. Sie führt im Winterhalbjahr 1882/83 erstmals einen Kochkurs durch, der unter anderem grosses Lob von Susanna Müller erhält. Mehr als 1500 junge Frauen erhalten danach im Heinrichsbad das Rüstzeug für Kochen und Hauswirtschaft.

Kochschule

Die genannte Susanna Müller ist die eigentliche Pionierin der neuen Koch- und Haushaltsbücher für eine breite Bevölkerung. Die Erfolgsgeschichte ihres Ratgebers «Das fleissige Hausmütterchen» beginnt 1860 in Herisau im Verlag von C. J. Meisel. Besonders die «einfache Hausfrau» und den Unterricht in den Volksschulen im Auge haben Heinrich und Anna Volkart-Schlatter aus Herisau. Ihr «Koch-, Haushaltungs- und Gesundheitsbüchlein» erlebt ab 1898 ebenfalls mehrere Auflagen. Ausgehend von diesen drei Werken wirft die Ausstellung auch einen Blick auf die hauswirtschaftliche Ausbildung. Es mag erstaunen, dass in den Schulen im Kanton Appenzell Ausserrhoden der Handarbeitsunterricht noch im 19. Jahrhundert obligatorisch wird, die Kochschule dagegen bis etwa 1970 den Gemeinden überlassen bleibt.

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LinkBericht der Appenzeller Zeitung über die Vernissage
LinkBericht des Appenzeller Volksfreunds über die Vernissage

 

 

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